Russen bauen ägyptisches KKW

Der russische Staatspräsident Wladimir Putin (links) und der ägyptische Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi (rechts).
Der russische Staatspräsident Wladimir Putin (links) und der ägyptische Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi (rechts).

Das russische Unternehmen Rosatom kann nun den Bau des Kernkraftwerkes (KKW) im ägyptischen Dabaa aufnehmen. In der Tat hat der ägyptische Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi eine Verordnung, die die russisch-ägyptische Vereinbarung zum Darlehen in Höhe von 25 Miliarden VSA-Dollar, welche Ägypten von Russland erhalten soll, um den Bau des ägyptischen Dabaa-Kernkraftwerkes zu finanzieren, am 19. Mai 2016 gebilligt und verlautbart. Am 19. November 2015 hatten der ägyptische Energieminister Mohamed Shaker und Sergej Kirjenko (der Vorstandsvorsitzende des russischen Kernkraftunternehmens Rosatom) die russisch-ägyptische Vereinbarung zum Bau eines Kernkraftwerkes für die Erzeugung von elektrischem Strom in Ägypten unterschrieben. „Das Kernkraftwerk von Dabaa wird das größte russisch-ägyptische Vorhaben seit dem Bau des Assuan-Staudammes sein. Es wird ein wirklich neues Kapitel in der Geschichte unserer bilateralen Beziehungen ausmachen“, erklärte Kirjenko im November 2015.

Das im ägyptischen Dabaa vom russischen Unternehmen Rosatom zu bauende Kernkraftwerk „dritter Generation“ wird vier Kernkraftblöcke oder Reaktoren haben, wobei jeder der vier Reaktoren eine Leistung von 1200 MW haben wird. Das macht insgesamt 4800 MW für die vier Reaktoren des Dabaa-Kernkraftwerkes.

Die 25 Milliarden VSA-Dollar, die Russland dem Land von al-Sisi für den Bau dieses Kernkraftwerks zur Verfügung stellt, entsprechen 85 Prozent der Gesamtbaukosten der vier Reaktoren. Ägypten wird für die übrigen 15 Prozent aufkommen.

Ägypten wird das russische Darlehen 13 Jahre lang zwischen 2016 und 2018 benutzen„, wie im ägyptischen Amtsblatt verlautet. Das Land im Nildelta werde das Darlehen in 43 Raten über 22 Jahre lang zurückzahlen, erklärt das ägyptische Amtsblatt weiter.

Das Kernkraftwerk von Dabaa wird 2022 fertiggestellt. Der erste Reaktor wird den elektrischen Strom für Ägypter ab 2024 produzieren. 

Die Durchführung dieses Vorhabens wird voraussichtlich 20000 Arbeitsplätze in Ägypten schaffen. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden 4000 Ägypter eingestellt und daselbst beschäftigt werden. Diese werden sich um den Betrieb und die Wartung der vier Reaktoren kümmern.

Rosatom wird mit anderen afrikanischen Ländern wie Sambia, Uganda, Kenia, Ghana und Nigeria im Bereich der zivilen Nutzung der Kernkraft zusammenarbeiten. Auch in Südafrika will Rosatom am Bau von 9600-MW-Kernkrafteinrichtugen teilnehmen.

Das russische Passagierflugzeug Sukhoi Superjet 100 (SSJ-100).
Das russische Passagierflugzeug Sukhoi Superjet 100 (SSJ-100).

Das Land von Wladimir Putin gehört neben China, Indien, Südkorea, Japan, Singapur und Brasilien zu den „wahren Freunden“ der Völker und Länder Afrikas. Russland ist dabei, seine nützliche und konstruktive Präsenz in Afrika auszubauen. Im Februar 2015 unterschrieben das russische Unternehmen Sukhoi Civil Aircraft und die ägyptische private Fluggesellschaft Egyptian Leisure Airlines eine Vereinbarung, wonach Egyptian Leisure Airlines russische SSJ-100-Passagierflugzeuge kaufen wird. „SSJ-100″ steht für „Sukhoi Superjet 100„. Sukhoi Civil Aircraft will ein Wartungszentrum in Ägypten eröffnen und 150 Piloten daselbst ausbilden.

Auch Mexiko hat im Herbst 2015 30 SSJ-100-Passagierflugzeuge gekauft.

Daneben will Sukhoi Civil Aircraft ein Flugzeugmontagewerk in Tunesien für den afrikanischen Markt und den Nahen Osten eröffnen. Das hat der tunesische Industrieminister Zakaria Hamad Anfang Februar 2016 angekündigt.

Darüber hinaus wollen die Russen ein Montagewerk für ihre weltberühmten und robusten KAMAZ-Lastkraftwagen in Marokko eröffnen. KAMAZ hat schon ein Montagewerk in Äthiopien eröffnet.

Die Völker und Länder Afrikas missbilligen und lehnen seit Jahrfünften die „destruktive Scheinhilfe“ der „imperialistischen Länder“ und „Kolonialmächte“ ab. Die Völker und Länder Afrikas fordern vielmehr, dass die regelmäßig in afrikanischen Ländern massiv gestohlenen und in „imperialistischen Ländern“ sowie bei „Kolonialmächten“ verwahrten Unsummen den afrikanischen Völkern zurückgegeben werden, damit diese die Unsummen in  ihre rasche Entwicklung stecken können. Die nigerianischen und afrikanischen Völker haben den nigerianischen Staatspräsidenten Buhari aufgefordert, die in Nigeria gestohlenen und in „imperialistischen Ländern“ beziehungsweise bei „Kolonialmächten“ verwahrten Unsummen nach Nigeria zurückzuholen. Die in Nigeria gestohlenen und in „imperialistischen Ländern“ beziehungsweise bei „Kolonialmächten“ aufgehobenen Erdölgelder belaufen sich auf 400 Milliarden VSA-Dollar. Bislang haben die „imperialistischen Länder“ und „Kolonialmächte“ immer gezögert, diese Unsummen den afrikanischen Völkern zurückzugeben. Viele Menschen sind der Auffassung, dass die „imperialistischen Länder“ und „Kolonialmächte“ die afrikanischen Länder stattdessen ab und zu mit „Scheinhilfe“ abspeisen, um von den in Afrika gestohlenen Unsummen abzulenken und diese Gelder den afrikanischen Völkern nicht mehr zurückzugeben. „Der Hehler ist schlimmer als der Stehler„, wie das Sprichwort heißt; das sollte man nicht vergessen oder unter den Teppich kehren.

Die Menschen Afrikas sind zur Einsicht gekommen, dass sie sich nur anhand der „praktischen Kooperation“ und der „Gewinn-Gewinn-Zusammenarbeit“ mit Ländern wie China, Indien, Russland, Singapur, Südkorea, Japan und Brasilien rasch entwickeln können.  Die Afrikaner und Afrikanerinnen sind sich dessen bewusst, dass „imperialistische Länder“ und „Kolonialmächte“  die Industrialisierung und den Aufschwung der Länder Afrikas niemals gutheißen können.

Deshalb zieht es auch Ägypten vor, vornehmlich mit Ländern wie China, Russland, Südkorea und Japan zusammenzuarbeiten. Ende Februar 2016 besuchte der ägyptische Staatspräsident al-Sisi Japan, wo die von ihm geleitete Delegation Vereinbarungen im Wert von 17,7 Milliarden VSA-Dollar mit den Japanern unterschrieb. Anfang März 2016 unterzeichnete al-Sisi Vereinbarungen im Wert von 3,6 Milliarden VSA-Dollar mit Südkorea. Am 16. Mai 2016 sagte der ägyptische Kommunikations- und Informationstechnologieminister Yasser Elkady anlässlich seines fünftägigen China-Besuchs: „Ägypten ist dabei, eine große Rolle in der Interaktion zwischen China und anderen Ländern Afrikas zu spielen und wir werden die Seidenstraßeninitiative und deren Durchführungsplan beschleunigen, so viel wie wir können.“ Er fügte bei: „Wir sind entschlossen, einige hochstrategische Vereinbarungen mit unseren Amtskollegen hier in China zu unterschreiben.“ Ägypten möchte gerne mit chinesischen Unternehmen wie China Electronics Technology Group Corporation zusammenarbeiten. Außerdem erbaut Ägypten zurzeit 7 Technologieparks in den ägyptischen Provinzen und will das Fachwissen sowie die Erfahrung Chinas in der Entwicklung, Verwaltung und Bewirtschaftung dieser 7 Technologieparks heranziehen.

Urheber: Der Welt-Leuchter — Kairo, Ägypten

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