Rundblick

Der japanische Premierminister Shinzo Abe ( rechts) und der kenianische Staatspräsident Uhuru Kenyatta (links).
Der japanische Premierminister Shinzo Abe ( rechts) und der kenianische Staatspräsident Uhuru Kenyatta (links).

Nairobi, Kenia — Japan hat Nigeria 800 Millionen VSA-Dollar zur Bekämpfung von Krankheiten wie Malaria (Sumpffieber) und Tuberkulose kürzlich gewährt. Das eröffnete der nigerianische Staatspräsident Muhammadu Buhari am 27. August 2016 auf der „6. Tokioter Internationalen Konferenz zur Afrikanischen Entwicklung“ (Ticad VI) im kenianischen Nairobi. Auf dieser Konferenz, die am 27. und 28. August 2016 in der kenianischen Hauptstadt stattfand,  sagte der japanische Premierminister Shinzo Abe den afrikanischen Ländern 30 Milliarden VSA-Dollar für die Jahre 2016, 2017 und 2018 zu. Von den 30 Milliarden VSA-Dollar werden satte 10 Milliarden VSA-Dollar in die Infrastrukturentwicklung in afrikanischen Ländern gepumpt. „Dies ist eine Investition, die an die Zukunft Afrikas glaubt und für das gemeinsame Wachstum von Japan und Afrika sorgt„, fügte Abe in Nairobi bei. Die „Tokioter Internationalen Konferenz zur Afrikanischen Entwicklung“ (Ticad VI) wurde im Jahre 1993 ins Leben gerufen. Im Jahre 2013 in Yokohama hatte Japan den afrikanischen Ländern 20,5 Milliarden VSA-Dollar für die Jahre 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 zugesagt; 67 Prozent dieser zugesagten Gelder seien schon durchgeführt beziehungsweise umgesetzt worden, so Shinzo Abe. Mit den am 27. August in Nairobi zugesagten Geldern will Japan die Industrialisierung und Diversifizierung der Wirtschaft, das Gesundheitswesen und die soziale Stabilität in afrikanischen Ländern geldlich vorantreiben. Am 25. August 2016 hatte Shinzo Abe erklärt: „Hochwertige Technologien und die Ausbildung von Personal machen die Stärke Japans aus.“ Japan hat damit begonnen, diese beiden Pfeiler der „Stärke Japans“ in Afrika einzuführen und zu verbreiten. Die Japaner wollen besonderen Wert auf die Qualität ihrer Geschäfte und Projekte in Afrika legen. Rund 400 japanische Unternehmen operieren in afrikanischen Ländern. Im Juli 2015 eröffnete der japanische Fahrzeughersteller Honda Motor Co. sein erstes Montagewerk in Nigeria und ganz Afrika. Zhang Ming, der stellvertretende Außenminister der Volksrepublik China, sagte jedoch am 28. August 2016 in Nairobi: “ Es hat nie an Konferenzen und Zusagen für Afrika gefehlt; und jedoch sind Taten und die Durchführung der Zusagen nicht immer gefolgt.

Dar es Salaam, Tansania — Das chinesische Unternehmen Jiansi Jiangdu Construction Group Company Limited baut seit Anfang Juni 2016 eine hochmoderne Riesenbibliothek an der Universität zu Dar es Salaam. Für die Baukosten in Höhe von 40 Millionen VSA-Dollar kommt die Volksrepublik China auf. Diese Riesenuniversitätsbibliothek wird 800 000 Bücher empfangen, unterbringen und dem Publikum zur Verfügung stellen können. Die von den Chinesen zu bauende neue Bibliothek  wird dem Publikum 6000 Plätze auf einmal, einen Konferenzraum mit 2100 Plätzen und ein Konfuzius-Zentrum mit 500 Plätzen anbieten können. Sie wird als öffentliche Bibliothek und Informationszentrum fungieren. Das ist das Geschenk, das die Volksrepublik China der Universität zu Dar es Salaam macht. In der Elfenbeinküste haben die Chinesen 48 Millionen VSA-Dollar in den von ihnen in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts gebauten und von 2013 bis 2015 renovierten „Kulturpalast von Abidschan“ gepumpt. Die Volksrepublik China will der Elfenbeinküste ein Olympiastadion mit 60000 Plätzen in der Anjama-Gemeinde bauen und schenken. Im Gegensatz zu China hat ein französischer Unternehmer der Universität zu Jaunde I ( in Kamerun) zwei Busse geschenkt und ein Kino auf dem Universitätsgelände gebaut. Die Kameruner und Kamerunerinnen — die nicht plemplem sind — meinen, der französische Unternehmer habe ihnen schlicht und einfach  Honig ums Maul schmieren beziehungsweise Sand in die Augen streuen wollen, um ruhig einen Auftrag beim von China gebauten kamerunischen Hafen von Kerbe ( gemeinhin „Kribi“ genannt) an Land zu ziehen und bei den Kamerunern und Kamerunerinnen weiterhin abzusahnen.

Sindia, Senegal — Der chinesische Konzern Caleb Cable Industrial Limited hat  kürzlich eine Niederlassung namens Caleb Cable Africa S.A. im senegalesischen Sindia  eröffnet. Sindia liegt im Mbur-Bezirk und in der Thies-Region von Senegal. Das Unternehmen Caleb Cable Africa S.A., das vom Senegalesen Amadou Ly Bocoum geleitet wird, soll die Produktion von Koaxialkabeln im September 2016 aufnehmen: „Ab September [2016] werden wir die Produktion aufnehmen; gemäß beziehungsweise gemessen an der technischen Leistungsfähigkeit der Fabrik und wenn wir größere Aufträge erhalten, wird uns der Mutterkonzern mehr logistische Kapazitäten zur Verfügung stellen, damit wir mehr produzieren zu können„, sagte Ly Bocoum unlängst. Die Kabelfabrik von Caleb Cable Africa S.A., deren Leistungsfähigkeit 100.000 Kilometer Kabel pro Monat erreichen soll, liegt auf einer 38000-Quadratmeter-Fläche. Dieses Unternehmen, das sowohl für den senegalesischen als auch für den internationalen und globalen Markt verschiedene Kabel herstellen wird, beabsichtigt, 2400 Arbeitsplätze im Senegal zu schaffen. Der Leiter von Caleb Cable Africa S.A. erklärte: „Es ist eine Herausforderung für mich, dass der Senegal eine weltweit tätige Industrieanlage, welche in der Lage ist, Koaxialkabel, Computer- und Telefonkabel, RJ45-Stecker und vielleicht später Glasfaser herzustellen, nun hat.“ Das ganze Projekt wird vor allem von Senegalesen durchgeführt. Die Chinesen haben sich auf die Einrichtung von Maschinen und die Ausbildung von technischen Betreibern beschränkt. „Die Chinesen werden kommen und die senegalesischen Fabrikarbeiter einige Wochen lang begleiten. Sie werden sich aber zurückziehen, falls und sobald die Senegalesen allerdings gut ausgerüstet sind„, unterstrich Ly Bocoum. China ist dabei, Senegal zur raschen Industrialisierung zu verhelfen. Diesbezüglich baut China auch noch den senegalesischen Industriepark von Diamniadio.

Ujo, Nigeria — Ashdene Associates Nigeria Limited  ist eine Investitionsgesellschaft mit Sitz in Singapur. Ashdene Associates Nigetia Limited hat eine Investitionsvereinbarung mit der Regierung des nigerianischen Bundesstaates Akua-Ibom am 24. August 2016 in Ujo, der Hauptstadt von Akua-Ibom, unterschrieben. Ashdene Associates Nigeria Limited hat sich verpflichtet, 100 Millionen VSA-Dollar in die Landwirstchaftsentwicklung, den Infrastrukturausbau und die Industrialisierung dieses südnigerianischen Bundesstaates zu pumpen.  Ashdene Associates Nigeria will ein 10-Hektar-Reisfeld und eine Aufbereitungsmühle in Ini — einem Ort im Akua-Ibom-Bundesstaat — einrichten. Dr. Patrick Adiel, Leiter von Ashdene Associates in Nigeria, sagte, die Einrichtung des 10-Hektar-Reisfeldes werde sieben (7) Tage nach der Unterzeichnung der Investitionsvereinbarung in die Wege geleitet. Ashdene Associates denkt auch an die Einrichtung einer Kokosnussplantage und einer Erdölraffinerie. Der Hauptmann des Akua-Ibom-Bundesstaates Emmanuel Udom dankte Ashdene Associates Nigeria für  diese Investitionsvereinbarung; „Ich lobe Sie wegen Ihrer Entscheidung, den Akua-Ibom-Bundesstaat zu Ihrem Investitionsziel zu machen  und mit uns in den Bereichen Investition und Infrastrukturausbau zusammenzuarbeiten „, sagte Udom den Vertretern von Ashdene Associates Nigeria Limited am 24. August 2016 in Ujo.

Peking, China — Das elfenbeinische Unternehmen Star Energie und das chinesische Unternehmen China Energy Engineering Corporation (CEEC) haben eine Vereinbarung zur Erzeugung von elektrischem Strom am 20. August 2016 in Peking unterschrieben. In der Tat geht es um den Bau eines 372-MW-Gas-und-Dampf-Kombiwärmekraftwerkes in Songon, einem Vorort von Abidschan, der größten und wichtigsten Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste. 367 Millionen Euro werden in die Errichtung dieses Wärmekraftwerkes, das aus einer Verbrennungsturbine und einer Dampfturbine bestehen wird, gepumpt. Diesen Geldbetrag wird die Ausfuhr-Einfuhr-Bank der Volksrepublik China Star Energie und China Energy Engineering Corporation (CEEC) zur Verfügung stellen. Die Bauarbeiten des Wärmekraftwerkes werden im vierten (4.) Quartal dieses Jahres (2016) aufgenommen beziehungsweise in die Wege geleitet. Die Durchführung dieses Vorhabens soll mit der Schaffung von 800 direkten und 3000 indirekten Arbeitsplätzen in der Elfenbeinküste einhergehen. Im Laufe des Jahres 2018 soll das Wärmekraftwerk fertiggestellt werden. Im Jahre 2020 will die Elfenbeinküste  ein Schwellenland werden; die Elfenbeinküste möchte also ein neu industrialisiertes Land mit mittlerem Einkommen und einer verhältnismäßig breiten Mittelschicht werden. Chinesische Unternehmen verwirklichen zurzeit viele Energieversorgungsprojekte in afrikanischen Ländern. Das chinesische Unternehmen Dongfang Electric Corporation Ltd und das äthiopische Unternehmen Ethiopian Electric Power Utility unterzeichneten eine Vereinbarung im Juni 2016 zum Bau eines 120-MW-Windparks in Äthiopien. 257 Millionen VSA-Dollar werden in die Durchführung dieses Vorhabens gesteckt. China Civil Engineering Construction Corporation und Dschibuti einigten sich im Juni 2016 darauf, einen Windpark in Dschibuti zu bauen. Das chinesische Unternehmen China Civil Engineering Construction Corporation baut auch noch derzeit zwei Flughäfen in Dschibuti. 599 Millionen VSA-Dollar werden in den Bau der beiden Flughäfen gebuttert. HydroChina, ein anderes chinesisches Unternehmen, hat einen 153-MW-Windpark im äthiopischen Adama fertiggestellt und ihn dem äthiopischen Unternehmen Utility Ethiopian Electric Power übergeben.

 

Urheber: Der Welt-Leuchter — Nairobi, Kenia

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