Park Geun-hye in Afrika

Die südkoreanische Staatspräsidentin Park Geun-hye hält eine Sonderrede am 27. Mai 2016 am Hauptsitz der Afrikanischen Union im äthiopischen Addis Abeba.
Die südkoreanische Staatspräsidentin Park Geun-hye hält eine Sonderrede am 27. Mai 2016 am Hauptsitz der Afrikanischen Union im äthiopischen Addis Abeba.

Die südkoreanische Staatspräsidentin Park Geun-hye hat Äthiopien, Uganda und Kenia vom 27. Mai 2016 bis zum 1. Juni 2016 besucht, um ein neues und das nächste Kapitel in den afrikanisch-südkoreanischen Beziehungen aufzuschlagen. Am 27. Mai 2016 hielt Park eine Sonderrede am Hauptsitz der A.U. ( Afrikanischen Union) in Addis Abeba. Während dieser Rede stellte sie die neue Kooperationsinitiative Koreas mit den Ländern Afrikas vor. „Wenn Afrikas reichliche Boden- und Naturschätze sowie Arbeitskräfte mit der Technologie und den Geldmitteln Südkoreas verbunden werden, wird dies eine Synergie schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents erheblich ankurbeln„, sagte die südkoreanische Staatspräsidentin am 27. Mai 2016 in Addis Abeba. Südkorea will seine Wirtschaftsbeziehungen zu afrikanischen Ländern verstärken. Außerdem will Südkorea das flächendeckende Wohlergehen der Völker und  Länder Afrikas fördern. „Korea möchte gerne seine Fülle von Entwicklungserfahrungen, die wir durch eine Vielfalt von Anstrengungen  in den letzten 50 Jahren gesammelt haben, teilen„, erklärte sie.

In diesem Zusammenhang und Sinne startete Park „Korea Aid“ — das neue Entwicklungshilfeprogramm Südkoreas — an der Universität von Addis Abeba am 28. Mai 2016. „Korea Aid“ bietet Afrikanern und Afrikanerinnen, die in abgelegenen Dörfern und Ortschaften leben, mobile Gesundheitsversorgungsleistungen, koreanisches und einheimisches Essen sowie Informationsmaterialien zur koreanischen Kultur an. Nach Äthiopien wurde „Korea Aid“ auch in Uganda und in Kenia in die Wege geleitet.

Korea Aidist ein richtiges Entwicklungshilfeprogramm. Mit „Korea Aid“ will Südkorea in den nächsten Jahren allen Afrikanern und Afrikanerinnen, die in entlegenen Weilern, Dörfern, Ortschaften und Orten leben, zum Wohlergehen verhelfen und das Zusammenrücken sowie Verständigung zwischen Afrikanern und Koreanern fördern.

Zudem hat sich Park Geun-hye vorgenommen, die „Philosophie“ von „Saemaul Undong“ — „Neuer Gemeinschaftsbewegung“ oder „Neuem Dorf„– auf afrikanische ländliche Gebiete zu übertragen und daselbst zu verwirklichen, damit sich Korea an der Entwicklung und Modernisierung von afrikanischen Dörfern und ländlichen Gebieten beteiligen kann. „Korea wird Ihnen beistehen, sodass die Neue Gemeinschaftsbewegung, welche auf die Bedürfnisse Afrikas zugeschnitten wird, zum Fortschritt von kleinen und größeren bäuerlichen Dörfern mit dem Ziel beitragen kann, schließlich zur wirtschaftlichen Entwicklung von jedem afrikanischen Land zu führen„, versprach die südkoreanische Staatspräsidentin. „Saemaul Undong“ wurde in den Siebzigjahren des 20. Jahrhunderts vom damaligen südkoreanischen Staatspräsidenten  Park Chung-hee, dem Vater von Park Geun-hye, ins Leben gerufen. „Saemaul Undong“ ist ein koreanisches Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum.

Ugandas Staatspräsident Museveni (im weißen Hemd, mittig) und Südkoreas Staatspräsidentin Park Geun-hye ( im orangen Kleid, rechts) bei der offiziellen Eröffnung des "National Farmers´ Leadership Center" (NFLC) im ugandischen Kampiringisa -- im ländlichen Bezirk Mpigi -- am 30. Mai 2016.
Ugandas Staatspräsident Museveni (im weißen Hemd, mittig) und Südkoreas Staatspräsidentin Park Geun-hye ( im orangen Kleid, rechts) bei der offiziellen Eröffnung des „National Farmers´ Leadership Center“ (NFLC) im ugandischen Kampiringisa — im ländlichen Bezirk Mpigi — am 30. Mai 2016.

Der ugandische Staatspräsident Yoweri Museveni interessiert sich seit Jahren für die Umsetzung der „Philosophie“ der ‚Neuen Gemeinschaftsbewegung‚ in Uganda, weil diese einen großen Wert auf die flächendeckende Verbesserung der Lebensverhältnisse von Dorfbewohnern legt. Deshalb wurde das „National Farmers´ Leadership Center“ in Kampiringisa — das im ländlichen Bezirk Mpigi liegt — am 30. mai 2016 offiziell eröffnet. „Saemaul Undong“ wird seit 7 Jahren in Uganda umgesetzt und es gibt zurzeit 30 Pilotprojekte diesbezüglich in Uganda.

Als gegenseitiger nützlicher Partner, der sich darum bemüht, Afrika zum Baum des Lebens zu machen, und als vertrauenswürdiger Freund will Korea Sie auf Ihrer Reise begleiten„, sagte  Park Geun-hye den Afrikanern und Afrikanerinnen am 27. Mai 2016 im äthiopischen Addis Abeba. Sie fügte bei: „In den nächsten 5 Jahren werden wir 6000 talentierten Afrikanern Bildungs- und Berufschancen entweder in Korea oder in Afrika anbieten und 4000 koreanische Freiwillige nach Afrika entsenden.

Park Geun-hye hat eindeutig am 27. Mai 2016 in Addis Abeba erklärt, dass sich Korea an der „Schaffung von Arbeitsplätzen“ in Afrika beteiligen und die „Technologieweitergabe“ an afrikanische Länder fördern werde.

Die von Park Geun-hye geleitete koreanische Delegation unterzeichnete mehrere Vereinbarungen mit Äthiopien, Uganda und Kenia. In Kenia wurden 20 Grundsatzvereinbarungen unterschrieben. Daneben teilte die koreanische Ausfuhr-Einfuhr-Bank am 27. Mai 2016 mit, dass sie Äthiopien Darlehen in Höhe von 227 Millionen VSA-Dollar gewähren will, um an der Entwicklung Äthiopiens teilzunehmen. 117 Millionen VSA-Dollar von diesen Geldern werden in die Straßensanierung und -verbesserung in Äthiopien gesteckt, während 100 Millionen VSA-Dollar davon in die Infrastrukturentwicklung für die äthiopische Landwirtschaft investiert werden. Die koreanische Ausfuhr-Einfuhr-Bank hat eine Niederlassung für Ostafrika in Addis Abeba eröffnet.

Das südkoreanische Unternehmen Kia Motors hat sich Ende Mai 2016 vorgenommen, im Rahmen seiner „sozialen Verantwortung“ und seines „Green-Light-Vorhabens“ zwei Ausbildungszentren für Automechaniker im äthiopischen Lideta und im kenianischen Dandora zu bauen. Der Spatenstich für den Bau des  Ausbildungszentrums von Lideta erfolgte am 27. Mai 2016, während der für den Bau des Ausbildungszentrums in  Dandora am 31. Mai 2016 ausgeführt wurde. Damit will sich Kia Motors an der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Ankurbelung der Wirtschaft in den beiden Ländern beteiligen. Der Bau der beiden Ausbildungszentren wird 4 Millionen VSA-Dollar kosten. Diese Baukosten werden Kia Motors und die Koreanische Internationale Kooperationsagentur — welche eine seriöse internationale Kooperationsgesellschaft ist — übernommen.

Spatenstich für den Bau des Ausbildungszentrums für Mechaniker im äthiopischen Lideta am 27. Mai 2016 -- das koreanische Unternehmen Kia Motors nimmt seine soziale Verantwortung in Afrika ernst und gerne wahr.
Spatenstich für den Bau des Ausbildungszentrums für Mechaniker im äthiopischen Lideta am 27. Mai 2016 — das koreanische Unternehmen Kia Motors nimmt seine soziale Verantwortung in Afrika ernst und gerne wahr.

Auch Samsung, ein anderes südkoreanisches Unternehmen, hat im Februar 2016 beschlossen, „Digitaldörfer“ in Kenia, Äthiopien und Tansania zu bauen sowie Bildungsinitiativen in Ghana, Ruanda, Tansania, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo zu starten. In „Digitaldörfern“ haben Begünstigte Zugang zu der Bildung und Gesundheitsversorgungsdienstleistungen. „Wir haben gefühlt, dass es wichtig ist, unsere Technologie einzusetzen, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben„, sagte Abey Tau, zuständige Person für „Unternehmensbürgerschaft und öffentliche Angelegenheiten“ bei  Samsung, im Februar 2016. Samsung hat schon „Digitaldörfer“  in Gabun, Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo sowie in anderen afrikanischen Ländern eröffnet. Dies zeigt, dass koreanische Unternehmen ihre soziale Verantwortung in afrikanischen Ländern gerne wahrnehmen. Auch chinesische, indische, russische und japanische Unternehmen in Afrika nehmen gerne ihre soziale Verantwortung wahr.

Viele Menschen weltweit sagen hingegen, dass Unternehmen aus „imperialistischen Ländern“ und „Kolonialmächten“ ihre soziale Verantwortung in afrikanischen Ländern in der Regel nicht wahrnehmen, weil sie sich nur für Profitmacherei, Ausbeutung und die Verschlechterung der Lebensbedingungen der Einheimischen  interessieren. Der Beweis für diese Feststellung ist die Umweltkatastrophe, die von Unternehmen aus „imperialistischen Ländern“ und „Kolonialmächten“ im nigerianischen Niger-Delta verursacht oder verschuldet worden ist — was der nigerianische Schriftsteller und Bürgerrechtler  Ken Saro-Wiwa an den Pranger stellte.

Es ist allgemein bekannt, dass die Völker und Länder Afrikas sehr reich sind; deshalb gelüstet es „imperialistische Länder“ und „Kolonialmächte“ nach den Reichtümern dieser Völker und Länder. Auch viele Unternehmen aus „imperialistischen Ländern“ und „Kolonialmächten“ lechzen nach den Boden- und Naturschätzen sowie Aufträgen von und in den Ländern Afrikas, weil sie darauf angewiesen sind. Zahlreiche Menschen sagen, dass die heutigen Bemühungen von „imperialistischen Ländern“ und „Kolonialmächten“ darum, in afrikanischen Ländern zu investieren nur „Hokuspokus“ oder „Augenwischerei“ seien, welche dazu dienen, die Präsenz von Ländern wie China, Indien, Russland in Afrika zu bekämpfen und nur den Anschein zu erwecken, dass sie sich nunmehr für die Entwicklung der Völker und Länder Afrikas einsetzen.

Die Afrikaner und Afrikanerinnen sind aber nicht bekloppt; sie wissen ganz genau, dass „imperialistische Länder“, „Kolonialmächte“ und deren Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen niemals das flächendeckende Wohlergehen und die Industrialisierung der Menschen, Völker und Länder Afrikas herbeiwünschen werden.

Urheber: Der Welt-Leuchter — Mpigi-Kampiringisa, Uganda

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