Bundesministerin Schwesig bei DaMigra

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Von links: Dr. Pierrette Herzberger-Fofana ( Forward-germany e.V./ Migrantinnen-Netzwerk Bayern e.V.), Virginia Wangare Greiner ( Maisha e.V. Hessen), Dr. Delal Atmaca ( Initiative Selbständiger Immigrantinnen e.V. Berlin), Frau Manuela Schwesig ( Bundesfamilienministerin), Figen Brandt ( Interkulturelles Frauennetzwerk e.V. Hessen), Sidar Carman ( Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V. – Baden-Württemberg), Kook-Nam Cho-Ruwwe (Koreanische Frauengruppe in Deutschland, Baden-Württemberg).

Am 25. Juni 2015 besuchte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig den Dachverband der Migrantinnenorganisationen (DaMigra) in seinen Räumlichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Sie folgte somit einer Einladung des Vorstandes, der sie willkommen hieß. Die Vorstandsmitglieder hatten die Gelegenheit, sich vorzustellen sowie über ihre Arbeit in den Vereinen, die sie vertreten, zu sprechen. Sie überbrachten auch ihre Forderungen. Die Ministerin zeigte sich sehr beeindruckt von den vielfältigen Biographien der Vorstandsmitglieder und ihrem Engagement, das sich über mehrere Jahre hinaus erstreckt. Die Bundesministerin Manuela Schwesig sagte zu dem Besuch bei DaMigra:

 „Es ist mir ein wichtiges Anliegen, mich auch vor Ort mit den Frauen zu treffen, mit ihnen über ihre Anliegen zu reden und mich über die Arbeit von DaMigra zu informieren. Es ist gut und richtig, dass sich die Migrantinnenorganisationen zu einem Dachverband zusammengeschlossen haben, um gemeinsam auch auf Bundesebene die Anliegen ihrer Mitglieder zu vertreten

Die Vorstandsmitglieder nutzten diese Gelegenheit, um das Anliegen der Migrantinnenselbstorganisationen (MSO) darzustellen. Die Migrantinnen wollen das negative Bild von einer hilflosen, opfervollen und wehleidigen Frau positiv ändern. Denn die meisten Frauen besitzen Kompetenz, die sie als Expertinnen in ihrem Feld ausweisen. Sie haben in vielen Fällen zahlreiche Hindernisse überwinden müssen, um sich in ihren jeweiligen Bereichen  zu behaupten. Trotzdem bleiben sie die Minorität, die unsichtbar ist, denn ihre Leistungen werden nicht gewürdigt. Sie werden auch als ein homogenes Konglomerat betrachtet und Gender-Spezifizität scheint bei Migrantinnen nicht zur Geltung zu kommen. Es ist undifferenziert  von „Migranten“ die Rede.

Aus dieser Opferrolle und einseitigen medialen Darstellung wollen die Migrantinnenselbstorganisationen  (MSO) herauskommen, denn sie leisten einen großen Beitrag zur politischen und gesellschaftlichen Partizipation von Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen.

Das Angebot ihrer Tätigkeit umfasst verschiedene Facetten. Es reicht von Beratung und Information über die Gesetze und das Miteinander mit den Regeln des Gastlandes, von Unterstützung und Begleitung über kulturelle und sportliche Freizeitaktivitäten bis hin zur politischen Arbeit. Die Migrantinnenselbstorganisationen (MSO) stoßen meist an die Grenze

ihrer Kräfte, denn die finanzielle und personelle Ausstattung vieler Migrantinnenorganisationen sind prekär. Die Projekte sind zeitlich gebunden und darunter leidet die Nachhaltigkeit ihrer Arbeit. Die meisten Migrantinnen sind berufstätig und haben gelernt, die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familien in Einklang zu bringen. Sie sichern somit den Wohlstand dieses Landes.

In diesem Zusammenhang fasste Dr. Delal Atmaca, die Sprecherin der MSO, den Standpunkt der  Migrantinnenselbstorganisationen (MSO) wie folgt zusammen:

Die ‚ganze Debatte‘ über Migration verläuft ohne Gender. Wenn Gender erwähnt wird, dann wird die Migrantin entweder als Anhängsel migrierender Männer, oder aber als „Ware“ im Zusammenhang mit der Prostitution, Frauenhandel gesehen. Diese stereotypische Opferrolle der Migrantin, die sich von der Identität der modernen deutschen Frau abgrenzt, wird insbesondere durch negative mediale Darstellung und Debatten verstärkt. Dass Frauen weltweit die Form der Migration mitgestalten und in der Regel durch ihre Arbeit und ihre sozialen Netzwerke das Überleben der gesamte Familie sichern, ist nicht wirklich bekannt oder wird gezielt nicht wahrgenommen“.

Urheberin: Dr. Pierrette Herzberger-Fofana

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