Der Untergang der „Löwen“ Kameruns

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Der Elfenbeiner Max-Alain Gradel erzielt das Tor der Ivorer beim Spiel Kamerun gegen Elfenbeinküste am 28. Januar 2015 im "Neuen Stadion zu Malabo", in Äquatorialguinea.
Der Elfenbeiner Max-Alain Gradel erzielt das Tor der Ivorer beim Spiel Kamerun gegen Elfenbeinküste am 28. Januar 2015 im „Neuen Stadion zu Malabo“, in Äquatorialguinea.

Wenn es Fussball-Fachleute wundernimmt, überrumpelt oder überrascht, dass der Senegal von der Fussball-Afrika-Meisterschaft (FAM) 2015 ausgeschieden ist, so war demgegenüber der Abschied der „Unbezähmbaren Löwen“ von Kamerun vorhersehbar. Maschen, Mauscheleien, Kniffe und Hokuspokus haben immer kurze Beine — wie Lügen im Übrigen. Die Fohlen und Schützlinge Volker Finkes sind gestern (28. Januar 2015) von den „Elefanten“ der Elfenbeinküste mit 1:0 im „Neuen Stadion zu Malabo“ gebodigt und gebändigt worden. Den einzigen Treffer der Partie erzielte der Ivorer Max-Alain Gradel (im Vordergrund auf den Bildern) vom französischen Erstligisten AS Saint-Etienne in der 35. Minute der Begegnung.

Der Abschied der Schützlinge Volker Finkes von der Fussball-Afrika-Meisterschaft 2015 war vorhersehbar und wurde sogar vom internationalen Nachrichtenmagazin „Der Globale Leuchtturm“ (www.der-gl.de) in einem Artikel vom 23. Dezember 2014 vorhergesehen. Die von der kamerunischen Nationalelf während der Qualifikationsspiele verbuchten Siege haben über die Schwächen und Unzulänglichkeiten dieser „verjüngten“ Nationalmannschaft hinweggetäuscht. Diese Siege wurden von vielen Sportjournalisten und anderen Fussball-Fachleuten nicht einmal in ihren Zusammenhang gestellt, um sie richtig einschätzen zu können.

Der Ivorer Max-Alain Gradel jubelt nach seinem erzielten Treffer am 28. Januar 2015 beim Spiel Kamerun gegen die Elfenbeinküste im "Neuen Stadion zu Malabo".
Der Ivorer Max-Alain Gradel jubelt nach seinem erzielten Treffer am 28. Januar 2015 beim Spiel Kamerun gegen die Elfenbeinküste im „Neuen Stadion zu Malabo“.

In den Qualifikationsspielen für die FAM 2015 begegnete die „verjüngte“ Nationalmannschaft Kameruns Sierra Leone, einem Land, das seine Heimspiele bei seinen Gegnern wegen der Ebola-Krankheit spielen musste. Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) trat sogar gegen Kamerun ohne einige ihrer besten Fussballer an. Beim 4:1-Sieg Kameruns über die Elfenbeinküste hatte der Hervé Renard, der ivorische Hauptübunsgleiter, eine Abwehrreihe aufgestellt, die zu passiv spielte und nicht stabil war. Inzwischen hat Hervé Renard den erfahrenen Kolo Touré zurückgeholt, um die Abwehrreihe der Elfenbeiner zu stabilisieren. Beim Rückspiel Kamerun gegen DR Kongo erzielte ein kamerunischer Stürmer das einzige Tor der Begegnung aus einer Abseitsstellung und freute sich sogar darüber wie ein Schneekönig — und mit ihm seine Mitspieler und viele Anhänger der „Unbezähmbaren Löwen“ von Kamerun.

Dazu kommt noch die ethnische Säuberung, die zurzeit in der Fussballmannschaft Kameruns im Gange ist. Aus Neid und durch Verleumdung und Stümperei wurde Volker Finke noch vor der Fussball-Welt-Meisterschaft 2014 in Brasilien in einer Rede aufgefordert, die Fussballnationalmannschaft Kameruns zugunsten einer bestimmten Ethnie in Kamerun zu „verjüngen“. Es ging und geht eigentlich darum, die besten Fussballer Kameruns — die der Ethnie von Joël Matip von Schalke 04, Marvin Matip von FC Ingolstadt 04, Louis-Clément Ngwat-Mahop von Cashpoint SC Rheindorf Altach ( Österreich), dem legendären Samuel Eto´o von Sampdoria Genua (Italien), Marcel Ndjeng Biyouha von Hertha BSC Berlin, Alexandre Song von West Ham (England), Paul-Georges Ntep von Stade Rennais (Frankreich), Jean-Christophe Bahebeck von Paris Saint-Germain (Frankreich), Samuel Umtiti von Olympique Lyonnais (Frankreich)…in Kamerun angehören — zugunsten einer bestimmten Ethnie in Kamerun auszugrenzen oder zu benachteiligen.

Der Verantwortliche des kamerunischen Fussball-Verbands, der die Rede gehalten hatte, prahlte noch neulich damit, diese ethnische Säuberung in die Wege geleitet, betrieben und durchgeführt zu haben.

Durch Vettern- und Günstlingswirtschaft wurde dem Finke mittelmäßige Spieler aufgezwungen. Auch zwei stellvertretende Übungsleiter wurden ihm [Volker Finke] gegen seinen Willen aufoktroyiert. Die Quittung hat Kamerun gestern (28. Januar 2015) im Neuen Stadion zu Malabo, in Äquatorialguinea, erhalten.

Die Ivorer feiern das von  Max-Alain Gradel am 28. Januar 2015 in Malabo erzielte Tor.
Die Ivorer feiern das von Max-Alain Gradel am 28. Januar 2015 in Malabo erzielte Tor.

Viele Fussball-Verwalter in Kamerun wissen nicht, dass eine Mannschaft nur „verjüngt“ werden soll, wenn dies fussballerisch gesehen notwendig ist und wenn die jüngeren Spieler wirklich besser als die älteren oder erfahrenen Spieler sind. Kamerun hatte 1985 versucht, nach der Niederlage gegen Sambia 1985 ( 4:1 im sambischen Lusaka und 1:1 im kamerunischen Jaunde), seine Nationalmannschaft zu verjüngen. Damals ging es mit sachlichen und fachlichen Dingen zu. Trotzdem stellte man damals kurz darauf fest, dass die damaligen jüngeren Fussballspieler nur begnadete Fussballer waren, die nicht besser oder erfahrener als die älteren Fussballnationalspieler gewesen waren. Deshalb wurden die älteren und erfahrenen Fussballer zurückgeholt. Diese besiegten dann Sambia bei der Fussball-Afrika-Meisterschaft 1986 im ägyptischen Alexandria mit 3:2.

Urheber: Mathias Victorien Ntep II, M.A.

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