2016: Jahr der Sonderwirtschaftszonen

Der äthiopische Premierminister Hailemariam Desalegn ( erster von links) und der chinesische Premierminister Li Keqiang (vierter von links) schauen sich das Modell der von China gebauten Industriezone in Äthiopien im Mai 2015 an.
Der äthiopische Premierminister Hailemariam Desalegn ( erster von links) und der chinesische Premierminister Li Keqiang (vierter von links) schauen sich das Modell der von China gebauten Industriezone in Äthiopien im Mai 2015 an.

Martin Parfait A. Cassoud-Mavoungou — kongolesischer Minister für die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen — hat am 14. Januar 2016 in Brazzaville behauptet, dass die Errichtung der vier geplanten Sonderwirtschaftszonen in Bälde aufgenommen werden wird. “ 2016 ist das Jahr der Intensivierung der Förderung der Sonderwirtschaftszonen – mit der Errichtung der Sonderwirtschaftszone von Pointe-Noire und der von Oyo-Ollombo, wobei die Machbarkeitsstudien zum Bau der Sonderwirtschaftszonen von Ouesso und Brazzaville uns zur Verfügung gestellt worden sind„, erklärte Cassoud-Mavoungou.

Die Regierung der Republik Kongo beschloss im Jahre 2013, die Erfahrung Chinas heranzuziehen, um vier Sonderwirtschaftszonen mit der Unterstützung des Landes von Xi Jinping und Li Keqiang in Brazzaville, Point-Noire, Ouesso und Oyo-Ollombo zu bauen. Mit dem Bau dieser Sonderwirtschaftszonen zielt die Republik Kongo darauf ab, ihre Abhängigkeit von Erdöl zu beenden, viele Arbeitsplätze zu schaffen, Rohstoffe in Afrika zu verarbeiten und Wohlstand zu verbreiten. Daher fügte Cassoud-Mavoungou hinzu: „Dieses neue Jahr [2016], das durch eine schwierige Weltwirtschaftslage gekennzeichnet ist, soll weder eine Katastrophe noch ein unabwendbares Schicksal für uns darstellen; im Gegenteil soll uns dieses neue Jahr im Auftrag, den uns die Regierung zugeteilt hat, bestärken: die Entwicklung von Sonderwirtschaftszonen.“ Bis 2020 werden voraussichtlich 21 000 Arbeitsplätze in der zu bauenden Sonderwirtschaftszone von Brazzaville alleine geschaffen, sobald diese errichtet worden ist.

Am 11. Januar 2016 hatte Liu Songtian — Generalsekretär des chinesischen Weiterverfolgungskomitees des Forums zur China-Afrika-Kooperation in

Brazzaville mitgeteilt: „Wir werden der Republik Kongo helfen, ihr Programm zur Errichtung von Sonderwirtschaftszonen zu verwirklichen […] und unsere Zusammenarbeit mit dem Ziel auszubauen, den Industrialisierungsprozeß des Landes zu beschleunigen.

Liu Songtian war in die Republik Kongo geflogen, um darüber hinaus den Kongolesen zu eröffnen, dass das Reich der Mitte mit dem Land am Golf von Guinea und in Äquatorialafrika auch im landwirtschaftlichen Bereich zusammenarbeiten möchte. „Zudem haben wir uns vorgenommen, unsere landwirtschaftliche Zusammenarbeit [mit der Republik Kongo] mit dem Ziel zu verstärken, Ernährungssicherheit zu gewährleisten„, sagte Liu Songtian am 11. Januar 2016 in Brazzaville.

Das von chinesischen Unternehmen im kongolesischen Kintele gebaute Olympiastadion.
Das von chinesischen Unternehmen im kongolesischen Kintele gebaute Olympiastadion.

Eine Delegation des chinesischen Konzerns CGCOC hatte sich im Juli 2015 in Brazzaville aufgehalten, um mit der Regierung der Republik Kongo über die Abwicklung des Vorhabens zu Sonderwirtschaftszonen zu verhandeln. “ Wir haben viele Erfahrungen in der Verwirklichung von solchen Projekten gesammelt. Alle Industrieparks, die wir gebaut haben — wie den Industriepark, den wir in Äthiopien errichtet haben –, sind von chinesischen Banken finanziert worden. Deswegen haben wir den [kongolesischen] Minister für die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen eingeladen, zunächst einmal den Industriepark, den wir in Äthiopien gebaut haben, zu besichtigen, bevor wir uns verpflichten, Sonderwirtschaftszonen in der Republik Kongo zu bauen„, sagte Li Zhi, Vermarktungsleiter des chinesischen Konzerns CGCOG, am 27. Juli 2015 in Brazzaville. 

Chinesische Unternehmen beteiligen sich emsig an der Ankurbelung des Aufschwungs und der raschen Infrastrukturentwicklung in afrikanischen Ländern. So wurde eine Olympia-Anlage für die Austragung der 11. Allafrikanischen Spiele in Brazzaville vom 4. bis zum 19. September 2015 von den chinesischen Unternehmen China State Construction Engineering Corporation (CSCEC), Zhengwei und Sinhydro in Kintele (einer Ortschaft, die rund 21 Kilometer von Brazzaville entfernt liegt) gebaut. Die Republik Kongo gab mehr als 500 Millionen Euro aus, um ein Stadion mit 60 000 Plätzen, ein Wassersportstadion mit 2000 Plätzen, ein Verwaltungs- und Medienzentrum, ein Hotel, eine Gaststätte, ein Ausstellungszentrum, eine Geschäftshalle, ein olympisches Dorf (in dem 8000 Sportler und deren Betreuer untergebracht werden können), 300 Unterkünfte, ein Sicherheitsrevier, ein Zentrum für medizinische Versorgung und Fürsorge sowie andere Gebäude in Kintele bauen zu lassen. Auch ein Viadukt von rund 7 Kilometern zwischen Brazzaville und Kintele wurde vom chinesischen Unternehmen China Road and Bridge Corporation (CRBC) im Jahre 2015 vor dem Beginn und der Austragung der 11. Allafrikanischen Spiele gebaut und eröffnet. Die Baukosten dieses Viadukts beliefen sich auf 170 Millionen VSA-Dollar.

Urheber: Der Welt-Leuchter — Brazzaville, Republik Kongo

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