1000 Traktoren für Bauern

Malis Staatspräsident Ibrahim Boubacar Keita (links) überreicht symbolisch den Bauern die Schlüssel der Traktoren am 22. September 2015 in Bamako -- der Hauptstadt von Mali.
Malis Staatspräsident Ibrahim Boubacar Keita (links) überreicht symbolisch den Bauern die Schlüssel der Traktoren am 22. September 2015 in Bamako — der Hauptstadt von Mali.

Der „Tag des Bauern“ wurde am 28. Mai 2016 in Mali gefeiert. Am Vorabend dieses Tages begab sich der malische Landwirtschaftsminister Kassoum Denon zum Hauptsitz des malischen Unternehmens Toguna Agro-Industries in Bamako-Senou und zum Montagewerk des Unternehmens Mali Tracteurs S.A. in Samanko, um sich darüber zu erkundigen, ob die malischen Bauern tatsächlich ihre Traktoren  reibungslos abholen. Notiegue Diarra und Zamble Togola sind zwei malische Bauern, die ihre Namen im Radio gehört hatten und deswegen nach Bamako-Senou kamen, um ihre Traktoren  abzuholen. Diarra verfügt über eine 35-Hektar-Fläche, worauf er Baumwolle, Mais, Trockenreis, Erdnüsse, Hirse, Sorghum und Sojabohnen anbaut. Togola hat Felder, worauf er Baumwolle, Mais, Hirse, Sorghum, Erdnüsse und Trockenreis anbaut. Jeder Begünstigte erhält seinen Traktor samt Zubehörteilen (wie zum Beispiel Sämaschinen, Anhängern, Spaten). Die Bauern werden noch  Einachsschlepper, Mähdrescher und Nachernteausrüstungen bekommen.

Eigentlich hatte der malische Staatspräsident Ibrahim Boubacar Keita den Bauern Malis 1000 Traktoren im Mai 2015 in Samanko versprochen. Am 22. September 2015 übergab Boubacar Keita den malischen Landwirten symbolisch den Schlüssel der versprochenen Traktoren, um die flächendeckende Mechanisierung der malischen Landwirtschaft in die Wege zu leiten. Bakary Togola, Sprecher der Landwirte Malis, dankte dem Staatspräsidenten dafür, dass er sein Versprechen gehalten hat: “ […] im letzten Mai [2015] in Samanko haben Sie versprochen, den Ankauf von 1000 Traktoren im Rahmen des Regierungsprogramms zur Mechanisierung und Motorisierung der malischen Landwirtschaft zu finanzieren. Heute ist diese Verpflichtung eingehalten worden. Wir danken Ihnen von ganzem Herzen für diese unvergessliche Geste„.

Traktoren des chinesischen Autobauers Foton (grün, links) und des indischen Fahrzeugherstellers Mahindra (rot, rechts).
Traktoren des chinesischen Autobauers Foton (grün, links) und des indischen Fahrzeugherstellers Mahindra (rot, rechts).

Der Kauf der 1000 Traktoren wird zu 50 Prozent von der malischen Regierung finanziert. 30 Prozent der Kosten werden von einem Bankenkonsortium, das sich aus der Malischen Solidaritätsbank, der Internationalen Bank für Mali, der Nationalen Bank für die Entwicklung der Landwirtschaft, den Kleinkreditinstituten Kafo Jiginew und Nyesigiso zusammensetzt, getragen. Dieses Bankenkonsortium wird vom Sicherheitsfonds der Privatwirtschaft unterstützt. Die Begünstigten  kommen für die übrigen 20 Prozent auf.

Insgesamt werden rund 20,67 Millionen Euro ausgegeben, um den malischen Bauern dazu zu verhelfen, sich 1000 Traktoren  zu besorgen. Dies ist ein wahrechtes Entwicklungsvorhaben.

Viele Menschen weltweit sagen oftmals, dass Menschen in und aus „imperialistischen Ländern“ und „Kolonialmächten“ vor Wut an die Decke gehen — also zornig und wütend werden –, wenn sie von der flächendeckenden Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in und aus der „Dritten Welt“ hören. Daher wird auch planmäßig oder systematisch in „imperialistischen Ländern“ und „Kolonialmächten“ desinformiert, wenn es darum geht, über Lebensverhältnisse in Ländern der „Dritten Welt“ zu berichten. Viele Menschen weltweit haben festgestellt, dass Menschen in  manchen „entwickelten Ländern“ nur von Katastrophen, Kriegen und schlechten Lebensbedingungen in Ländern der „Dritten Welt“ hören wollen. Fortschritte, die dort gemacht werden, werden bewusst verdrängt; anscheinend ist die flächendeckende Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen in vielen afrikanischen Ländern vielen Menschen in manchen „entwickelten Ländern“ ein Dorn im Auge; deshalb haben sie auch eine panische Angst vor der raschen Entwicklung der Völker und Länder Afrikas. Trotzdem sind die gegenwärtigen afrikanischen Tatsachen „dickköpfig“. Diese legen nämlich an den Tag, dass sich die Lebensverhältnisse in vielen afrikanischen Ländern rasch und flächendeckend verbessern.

Unter dem Motto „Mechanisierung der Landwirtschaft“ fand die 6. Auflage der „Internationalen Landwirtschaftsmesse Malis“ vom 24. März 2016 bis zum 3. April 2016 in Bamako statt.

Die erste Phase der flächendeckenden Mechanisierung der malischen Landwirtschaft betrifft vor allem malische Landwirte, die über eine wenigstens 20-Hektar-Anbaufläche verfügen.

Toguna_Foton-2Toguna Agro-Industries S.A. und Mali Tracteurs S.A. sind die beiden malischen Unternehmen, die ausgewählt worden sind, um die 1000 Traktoren zu liefern. Toguna Agro-Industries S.A. hat den Auftrag, 800 Traktoren des chinesischen Fahrzeugherstellers Foton den malischen Bauern zur Verfügung zu stellen, während Mali Tracteurs S.A. 200 Traktoren des indischen Fahrzeugherstellers Mahindra im malischen Samanko zusammenbauen und den malischen Landwirten liefern soll. Toguna Agro-Industries S.A. wurde 2006 gegründet beziehungsweise eröffnet, während Mali Tracteurs S.A. , Frucht der indisch-malischen Zusammenarbeit, Traktoren des indischen Fahrzeugherstellers Mahindra seit 2009 im malischen Samanko zusammenbaut und dieselben in Mali und manchen Ländern Westafrikas absetzt und vertreibt.

Das malische Unternehmen Toguna ist Alleinvertreter der chinesischen Marke Foton (Traktoren) in Westafrika.  Toguna  hat ein Montagewerk für Traktoren der Marke Foton in der Flughafen-Zone von Bamako eröffnet.

Manche Bauern in afrikanischen Ländern verfügen über Traktoren und andere hochmoderne landwirtschaftliche Maschinen, Geräte und Ausrüstungen.

Mahindra hat am 27. Mai 2016 ein Geschäftszentrum im kenianischen Nairobi eröffnet. Dieses Geschäftszentrum soll Mahindra-Produkte in Ost- und Mittelafrika anbieten und besser vertreiben. Mahindra hat Montagewerke für Traktoren oder macht Geschäfte  in mehr als 21 afrikanischen Ländern.

Bis 2018 will der malische Staatspräsident Boubacar Keita dafür sorgen, dass 60 Prozent der malischen Landwirte beziehungsweise Bauern leistungsfähige Traktoren und andere hochmoderne landwirtschaftliche Ausrüstungen sowie Geräte erhalten. Er will die Landwirtschaft des westafrikanischen Landes mittelfristig gänzlich mechanisieren und entwickeln. Daher erklärte er am 22. September 2015:Meine Bereitschaft, die Arbeit der Bauern zu unterstützen, um unser Land in einen Brotkorb Westafrikas und sogar Afrikas umzuwandeln, bleibt unangetastet. Ich werde alles tun, damit das Aufklebeetikett der malischen Produkte auf den internationalen Märkten wie die malischen Baumwollfasern glänzen kann… “ Mali will mittelfristig — also in den nächsten Jahren — ein „Schwellenland“ und eine „Landwirtschaftsmacht“ werden. Zumindest ist dies das Ziel, das sich die derzeitige Regierung des westafrikanischen Landes gesetzt hat.

Urheber: Der Welt-Leuchter — Bamako, Mali

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